Diabetes-Medikamente

Dulaglutid-Kombi zur besseren Blutzuckerkontrolle?

13. Mär 2018

Das Motto „viel hilft viel“ kennt fast jeder. Nun hat ein internationales Forschungsteam untersucht, ob das auch bei der Therapie von Diabetes Typ-2 greifen könnte. Im Fachmagazin ‚The Lancet Diabetes & Endocrinology‘ hatten die Autoren untersucht, ob man einen schlecht eingestellten Blutzucker durch eine Kombination aus SGLT2-Hemmern mit Dulaglutid besser in den Griff bekommt.

© Eugene Bochkarev/Fotolia

Das GLP-1-Analogon Dulaglutid ist in Deutschland seit November 2014 für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes zugelassen, die ihren erhöhten Blutzuckerspiegel nicht durch eine Ernährungsumstellung und Bewegung ausreichend senken können. Außerdem kann Dulaglutid zusätzlich zu anderen blutzuckersenkenden Medikamenten angewendet werden, wenn diese nicht ausreichen, den Blutzucker zu kontrollieren. Das Medikament wird mit einem Einweg-Injektionspen einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Den Wirkstoff gibt es als Fertigpen in zwei Dosierungen: 0,75 mg als Einzeltherapie oder 1,5 mg, wenn er mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen kombiniert wird.

Ob sich eine solche Kombination auch mit SGLT2-Hemmern auszahlt, war die Frage der aktuellen Phase-3b-Studie mit dem Namen Award-10, die auch auf Clinicaltrials.gov gelistet ist. Dazu suchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den vierzig Studienzentren in Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Israel, Mexiko, Spanien und den USA entsprechende Probanden. Diese mussten über 18 Jahre alt sein, einen schlecht eingestellten Blutzucker (HbA1c-Wert zwischen 7,0 und 9,5 Prozent) und einen Body Mass Index (BMI) von 45 kg/m2 oder weniger haben sowie bereits seit über drei Monaten mit SGLT2-Inhibitoren behandelt werden.  

Blutzucker signifikant niedriger

Insgesamt 424 Probandinnen und Probanden konnten die Forscher für die 24-wöchige Studie gewinnen: 140 davon bekamen wöchentlich ein Placebo gespritzt. Weitere 142 erhielten 0,75 mg Dulaglutid und nochmal so viele die doppelte Menge des Wirkstoffs pro Woche. Gemessen wurde der HbA1c-Unterschied zwischen Anfang und Ende der Studie.

Den Autoren zufolge war der Blutzuckerrückgang mit Dulaglutid signifikant stärker als ohne: 1,34 Prozent mit 1,5 mg und 1,21 Prozent mit 0,75 mg Dulaglutid – dagegen 0,54 Prozent unter Placebo (berechnet nach der Methode der kleinsten Quadrate).

Schwerwiegende Nebenwirkungen (vor allem im gastrointestinalen Bereich) traten auf bei fünf Patienten mit der höheren und bei drei mit der niedrigeren Dulaglutid-Dosierung. Unter Placebo waren es ebenfalls fünf.  In der Dulaglutid 0,75 mg-Gruppe wurde zudem eine schwere Hypoglykämie berichtet. Zwei Todesfälle im Studienzeitraum (beide Dulaglutid 1,5 mg) ließen sich nicht auf das Medikament zurückführen, sodass die Ärzte insgesamt davon ausgehen, dass Dulaglutid als „add on“ für SGLT2-Hemmer (mit oder ohne Metformin) den Blutzucker verbessern kann. Die Studie war von einem entsprechenden Hersteller unterstützt worden.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hatte sich bereits mit verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Dulaglutid beschäftigt. Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Seite Gesundheitsinformation.de.

Quelle:
Ludvik, B. et al.: Dulaglutide as add-on therapy to SGLT2 inhibitors in patients with inadequately controlled type 2 diabetes (AWARD-10): a 24-week, randomised, double-blind, placebo-controlled trial. In: The Lancet Diabetes & Endocrinology, 2018, DOI: 10.1016/S2213-8587(18)30023-8


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