Dreifach-Hormon gegen Fettleibigkeit und Diabetes

10. Feb 2015

Ein neuer Wirkstoff, der die Wirkungen von drei Magen-Darm-Hormonen auf sich vereint, senkt im Tiermodell den Blutzuckerspiegel und reduziert das Körperfett in bisher ungekanntem Ausmaß. Die Forscher des Helmholtz Zentrums München hatten bereits mehrere Hormon-Duos konstruiert. Erstmalig ist ihnen nun eine wirkungsvolle Kombination von drei Komponenten (GLP-1, GIP, Glukagon) gelungen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht.

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Das Design neuer Moleküle, die die Wirkungen verschiedener Stoffwechselhormone bündeln, ist ein vielversprechender Forschungsansatz, mit dem die Wissenschaftler hoffen, deutlichere Stoffwechselverbesserungen zu erzielen, als es mit bislang bekannten medikamentösen Ansätzen möglich ist.

Das neue Dreifachhormon senkt im Tiermodell nicht nur den Blutzuckerspiegel, es reduziert auch Appetit und Körperfett drastisch. Zudem baut es Leberverfettung ab und verbessert Cholesterinwerte und die Kalorienverbrennung. Das Hormon wirkt an drei Zielorten, den Rezeptoren von GLP-1, GIP und Glukagon. GLP-1 und GIP bewirken eine vermehrte Insulin-Ausschüttung und senken dadurch den Blutzuckerspiegel. Darüber hinaus zügelt GLP-1 den Appetit. Das dritte Hormon, Glukagon, steigert langfristig vor allem die Kalorienverbrennung. So beeinflusst es gleichzeitig Kontrollzentren in der Bauchspeicheldrüse, in der Leber, im Fettgewebe sowie im Gehirn.

Künftig wollen die Wissenschaftler versuchen, mit Kombinationsmolekülen aus vier, fünf oder mehr Hormonkomponenten den Stoffwechsel individuell noch effizienter zu programmieren.

Quellen:
Helmholtz Zentrum München: Aller schlanken Dinge sind drei: Tripel-Hormon gegen Fettleibigkeit und Diabetes. Pressemitteilung vom 08. Dezember 2014


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