Diabetischer Fuß: Bessere Heilung durch Sauerstofftherapie bestätigt

19. Jan 2016

Die Sauerstoff-Überdruckbehandlung bei diabetischem Fußsyndrom verbessert die Heilung von Wunden und ist nebenwirkungsarm. Zu diesem Schluss kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Vorbericht über den Zusatznutzen dieser Therapie, den es Ende 2015 veröffentlichte.

Diabetischer Fuß Sauerstofftherapie

Quelle: Fotolia/ispstock2

Das Diabetische Fußsyndrom bezeichnet eine Mangeldurchblutung der Extremitäten, die aus einem zu hohen Blutzuckerspiegel und dadurch geschädigten Blutgefäßen resultiert. Wunden heilen so schlechter oder gar nicht und das Gewebe kann schweren Schaden nehmen. Für Diabetespatienten besteht ein lebenslanges Risiko von 25 Prozent für ein diabetisches Fußsyndrom.

Lindern soll dies in Zukunft die Sauerstoff-Überdruckbehandlung, im Fachjargon hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) genannt. Sie kommt zusätzlich zur konventionellen Behandlung zum Einsatz. Dabei atmen die Patienten bei erhöhtem Luftdruck der Umgebung, beispielsweise in einer Druckkammer, medizinisch reinen Sauerstoff ein. Dieses Verfahren soll das Blut mit Sauerstoff anreichern und zu einer besseren Durchblutung des Wundgewebes führen.

Ob die Patienten von dieser Maßnahme wirklich profitieren, sollte nun das in Köln angesiedelte IQWiG durch eine Übersichtsuntersuchung klären. Berücksichtigt wurden die Daten von acht randomisiert kontrollierten Einzelstudien, die hinsichtlich verschiedener Gesichtspunkte wie etwa Wundheilung, Nebenwirkungen, Lebensdauer oder der Häufigkeit von Amputationen ausgewertet wurden. 

Das Institut kommt zu dem Schluss: Die Sauerstofftherapie erhöht die Chance auf eine Heilung von Wunden fast um das Dreifache. Bis auf eine Ausnahme zeichnete sich in allen Einzelstudien ein positiver Trend ab - für das IQWiG ein klarer Beleg für einen Zusatznutzen der HBO. Zudem ist die Häufigkeit von Nebenwirkungen mit einer Quote von etwa zwei Prozent sehr gering, weshalb die Therapie als sicher gilt. Weitere positive Effekte konnten nicht beobachtet werden. Laut dem Institut fehlten entweder die entsprechenden Daten oder die Unterschiede waren nur geringfügig und daher nicht signifikant.  

Einschränkend teilte das IQWiG mit, die Untersuchung sei insgesamt davon beeinträchtigt, dass die verschiedenen Studien hinsichtlich Rekrutierung und Einteilung der Patientengruppen sehr unterschiedlich gewesen seien. Zudem gäbe es starke Schwankungen hinsichtlich der Beobachtungszeiträume und eine Verblindung habe oft nicht stattgefunden.

Quellen:

Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom: Vorbericht erschienen. - Pressemitteilung vom 29.12.2015

Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom

 

Weitere Informationen:

Das diabetische Fußsyndrom
Diabetes und Gefäße 


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