Folgeerkrankungen

Das Langzeitgedächtnis der Arterien

28. Aug 2018

Auch bei einer Verbesserung der Blutzuckerwerte bleibt bei Diabetes das Risiko für Schlaganfälle, Herzinfarkt und periphere arterielle Verschlusskrankheit noch über Jahre erhöht. Eine aktuelle Veröffentlichung im ‚Nature‘-Magazin ‚Communications Biology‘ beleuchtet die Mechanismen, die hinter dem sogenannten „hyperglykämischen Gedächtnis“ stecken, sowie mögliche zukünftige Therapieansätze für Menschen mit Diabetes und Arteriosklerose.

© peshkova / Fotolia

Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems sind bei Menschen mit Diabetes immer noch die häufigste Ursache für Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle. Angina pectoris, Herzinfarkte oder Schlaganfälle beruhen auf Arteriosklerose (auch Atherosklerose genannt). Hierbei handelt es sich um Gefäßverengungen, die durch Ablagerungen (Plaques) an den Wänden der Schlagadern (Arterien) entstehen.  

Hoher Blutzucker schädigt die Gefäße – langanhaltend

Bei Diabetes reichern sich die Entzündungszellen (Makrophagen, auch Fresszellen genannt), in arteriosklerotischen Belägen an den Gefäßwänden an. Sie bilden dort vermehrt das Redox-Protein p66Shc, wie die Forschergruppe nachwies. Dieses Protein sorgt für die Entstehung von reaktiven Sauerstoffverbindungen, die die Protein- und Zellfunktion verändern können. Oxidativer Stress schädigt die Gefäßwände. Trotz Normalisierung der Blutzuckerspiegel kann dieser Vorgang noch einige Zeit anhalten. Diese Beobachtung wird „hyperglykämisches Gedächtnis“ genannt.  Die Mechanismen, welche hinter diesem Phänomen stecken, waren bisher unbekannt. Mit der aktuellen Arbeit haben die Forschenden erstmals ein Protein nachgewiesen, welches an der Entstehung des hyperglykämischen Gedächtnisses beteiligt ist.

Diabetes und Arteriosklerose: Ansatzpunkt für mögliche Therapien

Doch die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ging noch weiter: sie identifizierten ein weiteres Protein, die Gerinnungsprotease „aktiviertes Protein C“. Es hebt die diabetesspezifischen Veränderungen an der Gefäßwand auf und entpuppt sich damit als ein möglicher therapeutischer Ansatzpunkt.

Die Herausforderung sei nun, die Ergebnisse in größeren klinischen Studien zu bestätigen, so die Autoren.  Der Ansatz könne zu einem individualisierten Konzept zur Behandlung von diabetischen Patienten mit Arteriosklerose (Atherosklerose ) führen.



Quellen:

Shahzad, K. et al.: Activated protein C reverses epigenetically sustained p66Shc expression in plaque-associated macrophages in diabetes. In: Communications Biology 1, 2018, Article number 104. 

Universitätsklinikum Magdeburg: Auf dem Weg zu einem individualisierten Therapiekonzept für Diabetes-Patienten mit Atherosklerose. Pressemitteilung vom 24.08.2018 (letzter Abruf: 28.08.2018)


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