Typ-2-Diabetes-Risiko

Darmhormone, Diabetes und die tägliche Tasse Kaffee

29. Sep 2016

Darmhormone beeinflussen den Blutzuckerspiegel. Ist ihre Wirkung aufgrund einer genetischen Variation eingeschränkt, steigt das Diabetesrisiko. Kaffeegenuss hat in diesem Fall eine schützende Wirkung: Mit jeder Tasse sinkt die Wahrscheinlichkeit, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Darmhormone, Diabetes und die tägliche Tasse Kaffee

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Dies gilt jedoch nur für die Träger einer weit verbreiteten Variante des Gens TCF7L2, die mit einem erhöhtem Diabetesrisiko in Verbindung gebracht wird. Bei Menschen ohne das Risikogen hat Kaffee keinerlei Auswirkungen auf die Entwicklung von Typ-2-Diabetes.

Steigt nach dem Essen der Blutzuckerspiegel an, verstärkt das Darmhormon GLP-1 die Ausschüttung von Insulin. Darüber hinaus fördert es auch das Sättigungsgefühl und signalisiert so, dass ausreichend Nahrung aufgenommen wurde. Bei den Trägern der Genvariante ist die Wirkung des Darmhormons eingeschränkt. Kaffeegenuss hingegen stimuliert die Ausschüttung von GLP-1 und könnte so die Beeinträchtigung bei den Trägern der Genvariante wieder ausgleichen.

So die Vermutung der Forschergruppe vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE). Das Team untersuchte in einer großen Studie die Daten von über 18.500 Menschen, von welchen über 8.000 im Verlauf der Studie an Diabetes erkrankten. Es zeigte sich, dass bei den Trägern der Diabetes-Risikogenvariante TCF7L2 pro Tasse Kaffee das Erkrankungsrisiko um bis zu circa sieben Prozent sank.

Bei anderen untersuchten Nahrungsmitteln wie Getreidefasern, Molke-haltigen Milchprodukten oder Olivenöl war in dieser Studie kein statistisch nachweisbarer Einfluss auf das Diabetesrisiko erkennbar.
„Die Ergebnisse unterstützen die positiven Gesundheitseffekte, die für den Kaffeekonsum, insbesondere zum Diabetes-Risiko, beobachtet wurden“, so der Ernährungswissenschaftler Matthias Schulze, der am DIfE die Abteilung molekulare Epidemiologie leitet. „Andersherum sollten sich Menschen nicht genötigt fühlen, mit dem Kaffeetrinken zu beginnen. Das Diabetes-Risiko lässt sich auch durch ein gesundes Körpergewicht, den Verzicht auf Rauchen, wenig Fleisch, regelmäßigen Vollkornverzehr und körperliche Aktivität erheblich beeinflussen“.

Quellen:

Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE) Potsdam-Rehbrücke: Gene beeinflussen, wie stark Kaffee vor Diabetes schützt. Pressemitteilung vom 22.09.2016 (letzter Abruf: 29.09.2016)

The InterAct Consortium: Investigation of gene-diet interactions in the incretin system and risk of type 2 diabetes: the EPIC-InterAct study. In: Diabetologia, 2016, DOI: 10.1007/s00125-016-4090-5


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