Betatrophin: neu entdecktes Hormon als Therapieoption für Diabetes?

21. Jun 2013

Amerikanische Forscher haben in der Leber ein neues Hormon, das sogenannte Betatrophin, entdeckt. Dieses kann bei Mäusen die Neubildung der Insulin-bildenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse anregen, so die Wissenschaftler in ihrem Artikel in der Fachzeitschrift ‚Cell‘.

© Thomas Brugger / Fotolia.com

Nachdem den Tieren das Betatrophin-Gen injiziert wurde, nahm sowohl in der Leber als auch im Fettgewebe die Hormonproduktion von Betatrophin zu. In der Folge steigerte sich die Anzahl der Betazellen bis um den Faktor 30 innerhalb einer Woche. Zudem war der Insulinspiegel erhöht, und der Blutzuckerspiegel in diabetischen Mäusen normalisierte sich.

Auch Menschen verfügen über das Betatrophin-Gen, außerdem kann das Betatrophin-Hormon künstlich hergestellt werden. Mit dem Wachstum bzw. der Regeneration von Betazellen ließe sich das Fortschreiten eines Diabetes aufhalten, wovon sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker profitieren könnten. Zudem könnte man die Anzahl der Insulin-Injektionen verringern, so die Wissenschaftler. Experten diskutieren nun den möglichen therapeutischen Einsatz der Substanz als Antidiabetikum, auch die Pharmaindustrie verfolgt bereits im Rahmen der „CureBeta“-Initiative die Arzneimittelentwicklung. Bis es jedoch zu einer Testung in klinischen Studien kommt, werden nach Schätzungen noch mindestens drei bis fünf Jahre vergehen.

 

Quelle:
Yi, P. et al.: Betatrophin: A Hormone that Controls Pancreatic Beta Cell Proliferation. In: Cell, 2013, 153 (4), 747-758

 

 


zum Seitenanfang
Druckversion