Auch Kopfsache: Erfolg oder Misserfolg beim Abnehmen

25. Apr 2014

Ob es übergewichtigen Menschen gelingt, langfristig weniger zu essen und so erfolgreich abzuspecken, hängt von der Aktivität bestimmter Hirnregionen ab. Zu dieser Erkenntnis kam jetzt ein Forscherteam der Universität Tübingen.

Foto: Marem/fotolia

Beim Anblick der Tafel Schokolade oder der Sahnetorte im Kühlschrank, erfährt jeder, der sich an einer Diät versucht, welche wichtige Rolle sein Gehirn dabei spielt. Denn jetzt gilt es, der süßen Versuchung zu widerstehen und stattdessen die Kühlschranktür unverrichteter Dinge wieder zu schließen. Hauptverantwortlich für die in dieser Situation notwendige Impulskontrolle und – ganz allgemein – für die Steuerung des Verhaltens sind verschiedene Regionen im präfrontalen Cortex, einem Teil des Frontallappens der Großhirnrinde.

Wie Tübinger Wissenschaftler herausfanden, gibt das Aktivitätsmuster in diesen – für solche so genannten exekutiven Funktionen zuständigen – Hirnarealen offenbar schon vorab Aufschluss darüber, ob es Übergewichtigen gelingen wird abzunehmen oder nicht. Die Forscher ließen 33 übergewichtige Probanden einen essensspezifischen Gedächtnistest absolvieren und maßen währenddessen mittels Magnetoenzephalographie deren Hirnaktivität. Anschließend absolvierten die Versuchsteilnehmer ein sechsmonatiges Lebensstilinterventionsprogramm, bei dem sie ihre tägliche Kalorienaufnahme um 400 Kilokalorien reduzieren sollten.

Bei den Probanden, die unter dem Programm kein Gewicht verloren, war die Aktivität im zum präfrontalen Cortex gehörenden rechten inferioren frontalen Gyrus (eine prominente Großhirnwindung) höher als bei Versuchsteilnehmern, die erfolgreich abnahmen. Dies könnte mit einer eingeschränkten kognitiven Kontrolle über die Nahrungsaufnahme einhergehen, meinen die Forscher.

Die Probanden, bei denen die Pfunde purzelten, zeigten hingegen mehr Aktivität in Hirnarealen, die für das Erinnerungsvermögen wichtig sind. Dies weist darauf hin, dass sie sich an ihre letzte Mahlzeit erinnern, was wiederum Einfluss auf das weitere Essverhalten hat. Die gezeigten Unterschiede der Hirnaktivität übergewichtiger Menschen, so die Schlussfolgerung der Tübinger Wissenschaftler, „bestimmen möglicherweise die Fähigkeit, weniger zu essen und erfolgreich an Gewicht zu verlieren.“

 

Quelle:

Hege, M. et al.: Working Memory-Related Brain Activity is Associated with Outcome if Lifestyle Intervention. In: Obesity, 2013; 21: 2488-2494. Doi: 10.1002/oby.20442


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