Genforschung zu Diabetes

51 neue Mosaiksteinchen

23. Jan 2018

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben im großen Maßstab Gene identifiziert, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Diabetes spielen könnten. Die Arbeit entstand im Rahmen des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und ist in ‚Nature Communications‘ erschienen.

© Kagenmi/Fotolia

Die Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes ist ein komplexer Prozess. Sowohl bei Typ-1- als auch Typ-2-Diabetes sind neben Lebensstil- und Umweltfaktoren auch viele verschiedene Gene für die Krankheitsentstehung verantwortlich. Sie liefern die Baupläne für die einzelnen Komponenten (z.B. Enzyme) des Zuckerstoffwechsels.

Offenbar sind noch nicht alle Gene bekannt, die bei der Entwicklung von Diabetes eine wichtige Rolle spielen. Die Genforschung geht hier also weiter, denn nur durch die Entschlüsselung der Ursachen kann es gelingen, die Krankheiten zu verstehen und entsprechend im Vorfeld oder therapeutisch einzugreifen.

Im Rahmen der aktuellen Studie untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Stoffwechsel von Mäusen, denen jeweils genau ein ausgewähltes Gen fehlte. Mit dieser Methode versucht man herauszufinden, ob das fehlende Gen an wichtigen Stoffwechselprozessen beteiligt ist.

Die Auswertung ergab insgesamt 974 Gene, deren Verlust Auswirkungen auf den Zucker- und Fettstoffwechsel zeigt. Für mehr als ein Drittel davon sei zuvor keine Verbindung zum Stoffwechsel bekannt gewesen, so die Autoren. Darüber hinaus sei die Funktion von 51 der gefundenen Stoffwechsel-Gene bisher gänzlich unbekannt gewesen. Spannend sei zudem, dass je nach Geschlecht unterschiedliche Gene einen Einfluss haben könnten.

Beim anschließenden Abgleich mit an Menschen erhobenen Genom-Daten zeigte sich, dass 23 der gefundenen Gene auch bei Menschen mit Diabetes verändert sind. Viele davon ähnelten sich zudem auch in ihrer Struktur, sodass die Wissenschaftler davon ausgehen, dass es sich dabei um ein Netzwerk handelt.

Eines dieser Gene ist C4orf22, das an der Wirkung von Insulin beteiligt zu sein scheint, wie man bei Teilnehmern der Diabetes-Studie TÜF (Tübingen Family Study) feststellen konnte. Für die 51 neuen Gene muss die Funktion erst noch gezeigt werden. Die Forscher hoffen, durch künftige Untersuchungen die genetischen Ursachen eines gestörten Zuckerstoffwechsels und Diabetes besser zu verstehen.

 

Quellen:
Rozman, J. et al.: Identification of genetic elements in metabolism by high-throughput mouse phenotyping. In: Nature Communications, 2018, DOI: 10.1038/s41467-017-01995-2

Helmholtz Zentrum München: Studie entschlüsselt neue Diabetes-Gene. Pressemitteilung vom 19. Januar 2018


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