Metabolisches Syndrom und Krebsrisiko

18. Feb 2014

Studien weisen darauf hin, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen dem Metabolischen Syndrom und dem Risiko, an Krebs zu erkranken. Mögliche Ursachen dafür könnten in der Art der Ernährung zu finden sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Veröffentlichung italienischer Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Endocrine.

Metastase in der Leber

Quelle: Wikimedia commons

Mehr als ein Drittel aller Erwachsenen in den USA und etwa ein Viertel der europäischen Erwachsenen leiden am Metabolischen Syndrom. Gemeint ist damit das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome bzw. Krankheitsbilder: Übergewicht - insbesondere im Bauchraum, erhöhte Nüchternblutzucker- und Blutfett-Werte sowie Bluthochdruck.

Einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Metabolischen Syndrom und Krebserkrankungen beschreiben die Wissenschaftler in zweierlei Hinsicht: Zum einen ist das Metabolische Syndrom eine Langzeitkomplikation nach einer Krebstherapie. Dies sei  insbesondere auf Hormonbehandlungen im Falle von Brust- oder Prostatakrebs sowie auf die direkten kardiovaskulären Folgen einiger Krebsmedikamente zurückzuführen. Auf der anderen Seite sehen die Wissenschaftler in ihrer Metaanalyse vieler großer Bevölkerungsstudien für Patienten mit Metabolischem Syndrom ein erhöhtes Krebsrisiko. Für Männer gilt dieses insbesondere für Krebsarten wie Leber-, Darm- und Harnblasenkrebs, bei Frauen erhöht sich das Risiko für Brustkrebs nach der Menopause (Ende der Regelblutung) sowie für Bauchspeicheldrüsen- und Darmkrebs.

Eine Ursache  für den möglichen Zusammenhang zwischen Krebs und Metabolischem Syndrom schreiben die Wissenschaftler Lebensstilfaktoren zu: Über ein Drittel der Krebstodesfälle in den USA werden in Zusammenhang mit schlechter Ernährung, mangelnder Bewegung und Übergewicht gebracht.  

Ernährungsempfehlungen zur Senkung des Krebsrisikos sind allgemein bekannt: weniger energiedichte Nahrungsmittel, weniger zuckerhaltige Getränke, „rotes“ Fleisch und weniger salzreiche Nahrung. Die Ursachen für ein erhöhtes Gesundheitsrisiko aus zucker- und fettreicher Nahrung erklären die Wissenschaftler mit damit einhergehenden Entzündungsmechanismen. Umgekehrt reduzieren „gesunde“ Nahrungsanteile wie Getreide, Gemüse und Obst sowie Fisch die Entzündungsantwort im Körper.

Zusammenfassend empfehlen die Wissenschaftler im Sinne einer präventiven Krebsmedizin eine gesündere Ernährung, insbesondere für Menschen, die bereits am Metabolischen Syndrom leiden.

Quelle:
Esposito, K. et al.: Unhealthy diest: a common soil for the association of metabolic syndrome and cancer. – In: Endocrine 2014, published online 10 january 2014. DOI 10.1007/s12020-013-0151-4

 

 


zum Seitenanfang
Druckversion