Grundlagenforschung

Stress fördert Diabetes und Übergewicht

29. Nov 2016

Stresshormone wie das Kortisol scheinen einen großen Einfluss auf den Fettstoffwechsel zu haben. Eine hoher Kortisolspiegel durch Dauerbelastung macht das Abnehmen schwierig und kann sogar Diabetes auslösen. Einem internationalen Forscherteam ist es nun gelungen, die dahinterstehenden Vorgänge im Körper zu beleuchten. Die Studie wurde im Fachmagazin ‚Diabetes‘ veröffentlicht.

Grundlagenforschung: Stress fördert Diabetes und Übergewicht

© Zerbor / Fotolia.com

Bei Bedarf wird Körperfett mobilisiert und zu Energie umgewandelt, ein komplexer Vorgang bei dem Hormone, darunter auch das Kortisol, eine Rolle spielen. Das Stresshormon reguliert daneben andere wichtige Körperfunktionen wie den Blutzuckerspiegel und das Immunsystem. Die Wirkung des Hormons wird über Rezeptoren vermittelt, die nahe der Zelloberfläche sitzen und im Zellinneren Signale auslösen.

Das Team um Richard Moriggl vom Ludwig Boltzmann Instituts für Krebsforschung in Wien wollte mit der aktuellen Studie herausfinden, wie wichtig die Kortisolwirkung für den Stoffwechsel ist. Im Tierversuch schalteten die Wissenschaftler den Rezeptor aus, über den Kortisol an die Fettzellen andockt, wodurch kein Signal mehr an die Zellen übermittelt wurde und sich Stress nicht mehr auf den Stoffwechsel der Tiere auswirken konnte. Anschließend wurde einigen Tieren nur wenig Nahrung angeboten, andere wurden extrem fettreich ernährt bzw. beim Älterwerden beobachtet. Das Forscherteam erwartete, dass die Mäuse mit fettreicher Nahrung zunehmen würden, da sie durch die Rezeptor-Blockade nicht mehr in der Lage waren Fett abzubauen.

Es zeigte sich jedoch, dass auch die alten und fettreich ernährten Mäuse schlank blieben und seltener eine Diabeteserkrankung im Alter entwickelten im Vergleich zu Tieren, deren Kortisolsignalweg in den Zellen ungehindert funktionierte. War der Hormonrezeptor deaktiviert, konnten die Tiere weder auf gespeichertes Fett zurückgreifen noch welches anlegen. Umgekehrt bedeuten diese Ergebnisse, das Stresshormone die Gewichtszunahme beschleunigen und Altersdiabetes begünstigen.

Zukünftig wären demnach Medikamente für die Therapie von Übergewicht und Diabetes denkbar, die den Stresshormonrezeptor im Fettgewebe blockieren. Bis es soweit ist, müssen allerdings weitere Studien durchgeführt werden, betonen die Studienautoren.

Quellen:

Mueller, K. M. et al.: Adipocyte Glucocorticoid Receptor Deficiency Attenuates Aging- and Hfd-Induced Obesity, and Impairs the Feeding-Fasting Transition. In: Diabetes 2016 Sep; db160381. 

Universität Ulm: Speck durch Stress? Stresshormone begünstigen Diabetes und Übergewicht. Pressemeldung vom 16. November 2016 


zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.