Steuern körpereigene AGE-Verbindungen Typ-1-Diabetes?

20. Mai 2014

Bestimmte Eiweiß-Zucker-Moleküle im Körper, die sogenannten AGE-Verbindungen, könnten Hinweise auf den Verlauf des Krankheitsprozesses geben, der zur Entstehung von Typ-1-Diabetes führt. Zu diesem Ergebnis kommen finnische Wissenschaftler in einer aktuellen Studie, die in der aktuellen Ausgabe von Diabetes Care veröffentlicht ist.

Quelle: von Moisey/Wikimedia Commons

AGE-Verbindungen (= Advanced Glycation Endproducts) sind stabile Verbindungen, die bei der Reaktion von Eiweiß und Zucker, beispielsweise beim Rösten von Brot, entstehen und für die goldene Farbe, gutes Aroma und Geschmack stehen. AGE-Verbindungen entstehen aber auch im Körper, wenn Blutzucker und körpereigene Eiweiße miteinander reagieren. Sie könnten mit dem Voranschreiten einer Diabeteserkrankung in Verbindung stehen.

Die Wissenschaftler unter Federführung von Kirsi Salonen vom Kinderklinikum der Universität Helsinki untersuchten die AGE-Konzentrationen be i2115 Kindern im Alter von bis zu 15 Jahren mit Typ-1-Diabetes sowie bei einer Kontrollgruppe von 315 gesunden Kindern. Bei den zum Zeitpunkt der Diagnose unter 2-jährigen Kindern mit Typ-1-Diabetes fanden sich nur sehr geringe Konzentrationen an bestimmten AGE-Verbindungen im Blut. Ebenfalls geringe Konzentrationen wiesen Kinder auf, die zugleich Träger einer Hochrisiko-HLA-Genvariante für Diabetes waren. Fast alle Menschen mit Typ-1-Diabetes tragen Diabetes-assoziierte HLA-Varianten in sich. 

Dagegen fanden die Wissenschaftler bei gleichaltrigen gesunden Kindern sowie bei Kindern, die schützende Genvarianten besitzen, deutlich erhöhte AGE-Konzentrationen. 

Daraus schließen die Wissenschaftler, dass eine geringe Konzentration an bestimmten AGE-Verbindungen zum Zeitpunkt der Diagnose des Typ-1-Diabetes auf ein rascheres Fortschreiten der Krankheitsentstehung hindeuten könnte. Höhere Konzentrationen dagegen könnten einen schützenden Effekt haben beziehungsweise mit einer milderen Ausprägung des Diabetes einhergehen.

Quelle: 
Salonen, K. et al.: Circulation Concentrations of Soluble Receptor for AGE are associated with Age and AGER Gene Polymorphisms in Children with newly diagnosed Type 1 Diabetes. – In: Diabetes Care, published online 17. April 2014 DOI: 10.2337/dc13-3049


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