Rolle des Gehirns für den Blutzuckerspiegel altersabhängig

29. Apr 2014

Zwischen dem Prolaktinspiegel im Blut sowie den Blutzuckerwerten und der Insulinempfindlichkeit der Körperzellen besteht ein Zusammenhang. Der kehrt sich allerdings mit zunehmendem Alter um, wie ein Forscherteam der Universität Tübingen jetzt feststellte – zu seiner eigenen Überraschung.

Glukoseverwertung im Gehirn (Quelle: Wikicommons)

Bromocriptin wird in den USA zur Behandlung von Patienten mit Typ-2-Diabetes eingesetzt. Das Medikament stimuliert im Gehirn die so genannten Dopamin-D2-Rezeptoren und hemmt auf diese Weise die Freisetzung des Hormons Prolaktin aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Deshalb vermuteten die Tübinger Wissenschaftler von der Klinik für Innere Medizin und dem Helmholtz Zentrum München, dass niedrige Prolaktinspiegel bei gesunden Menschen mit niedrigeren Blutzuckerparametern und einer erhöhten Insulinsensitivität einhergehen.

Als die Forscher in einer Studie mit fast 1800 Teilnehmern ihre Hypothese auf den Prüfstand stellten, erlebten sie eine Überraschung. Denn insgesamt betrachtet waren höhere Prolaktinwerte mit einer besseren Insulinempfindlichkeit der Körperzellen und geringeren Glukosewerten im Blut assoziiert. Es verhielt sich also genau umgekehrt wie angenommen.

Eine eingehendere Analyse der Daten bestätigte ihre ursprüngliche Vermutung dann doch – allerdings nur bei jüngeren Menschen. „Das Alter moduliert den Zusammenhang zwischen Prolaktin und – beidem – der Insulinsensitivität und dem Blutzucker“, schreiben die Wissenschaftler. Statistisch betrachtet schlug das Pendel bei 29 Jahren um. Bis zu diesem Alter wirkten sich höhere Prolaktinwerte positiv auf den Glukosestoffwechsel aus, darüber dann eher negativ. Warum das so ist, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Eine mögliche Erklärung sei, dass sich die Rolle des Gehirns bei der Regulation des Glukosestoffwechsels mit dem Alter ändert.

 

Quelle:

Wagner, R. et al.: Age-dependent association of serum prolactin with glycaemia and insulin sensitivity in humans. In: Acta Diabetologica, 2014, 51(1):71-8. doi: 10.1007/s00592-013-0493-7. Epub 2013 Jul 9


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