Olivenöl-Aroma simuliert Fettwirkung im Gehirn

05. Mai 2014

Ein Olivenöl-Aromaextrakt beeinflusst im Gehirn Geschmacksregionen, an denen auch fettreiches Essen seine verführerische Wirkung entfaltet. Diese Erkenntnis von Forschern der Universität Tübingen könnte Übergewichtigen das Abnehmen erleichtern.

Foto:S.Duda/fotolia

Dass fettreiche Nahrungsmittel leider auch dick machen können, ist eine Binsenweisheit. Ebenso, dass Übergewicht nicht gesund ist, weil es Krankheiten wie Herzinfarkt und Diabetes begünstigt. Und trotzdem fällt es uns immer wieder schwer, die Finger von Pommes Frites, Sahnetorten und gut durchwachsenen Nackensteaks zu lassen. Offenbar sind ihr Geschmack und Geruch einfach zu verführerisch. Zu enträtseln, wie Fett diese Wirkung im Gehirn entfaltet, könnte Übergewichtigen beim Abnehmen helfen. Etwa durch die Entwicklung von fettreduzierten Produkten, die im Gehirn ähnlich „wirken“ wie Fettreiches.

Forscher von der Universität Tübingen haben dem Puzzle jetzt ein Teilchen hinzugefügt. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass ein fettfreier Olivenöl-Aromaextrakt die Aktivität in denjenigen Geschmacksarealen der Hirnrinde verändert, die auch fetthaltiges Essen beeinflusst. In der Studie bekamen die Probanden einen mit dem Aromaextrakt versetzten Joghurt zu essen. 30 und 120 Minuten später wurde der Blutfluss in ihrem Gehirn gemessen, ein Indikator der Hirnaktivität. 

Zwar unterschieden sich die Aktivitätsmuster von denen, die ein fettreicher Joghurt in einer vorangegangenen Studie ausgelöst hatte. Entscheidend für die Forscher ist aber, dass sich die Fettwirkung im Gehirn simulieren lässt. Und zwar durch Geschmacks- und Geruchsstoffe, die der Körper mit Fett assoziiert – wie eben das für die Untersuchung verwendete Aroma von Olivenöl. Eine optimierte Rezeptur ihres Extrakts könnte die Effekte von fettreichem Essen im Denkorgan möglicherweise präziser nachahmen, meinen die Wissenschaftler.

Quelle: 

Frank, S. et al.: Olive oil aroma extract modulates cerebral blood flow in gustatory brain areas in humans. In: American Journal of Clinical Nutrition, 2013, 98: 1360-1366


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