Multipotentes Darmhormon wirkt bei Diabetes

27. Dez 2013

Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München sind gemeinsam mit US-amerikanischen Forschern einem neuen therapeutischen Ansatz für Typ-2-Diabetes auf der Spur. Ein multipotentes Darmhormon, das gleichermaßen an den Rezeptoren der Insulin-stimulierenden Hormone GLP-1 und GIP wirkt, führt zu einer effektiven Gewichtsreduktion und zu verbesserten Blutzuckerwerten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ‚Science Translational Medicine‘ veröffentlicht.

GLP-1

Quelle: Homo sapiens/PyMOL

GLP-1 (Glucagon like Peptide 1) und GIP (Gastric Inhibitory Peptide) sind Hormone, die vom Verdauungstrakt gebildet werden und die Nahrungsverwertung sowie verschiedene Stoffwechselprozesse steuern. Sie führen bei Aufnahme von Glukose (Zucker) zu einer vermehrten Insulin-Ausschüttung und senken dadurch den Blutzuckerspiegel, haben aber auch Effekte auf die Appetitregulation und die Fettverbrennung.

Ein Teil dieser Einzel-Effekte, werden bereits für die Behandlung des Typ-2-Diabetes genutzt. GLP-1-Analoga sowie die verwandt wirkenden DPP4 (Dipeptidyl-Peptidase 4)-Hemmer, welche die GLP-1 Wirkung verstärken sollen, werden zur Blutzuckersenkung angewandt. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, eine Molekülstruktur zu entwickeln, die die Wirkungen beider Hormone in sich vereint. Das heißt, diese neuen Moleküle stimulieren beide Rezeptoren von GLP-1 und GIP zugleich und erzielen dadurch maximierte Stoffwechselverbesserungen im Vergleich mit jedem der Einzelmoleküle.

Dieser sogenannte GLP-1/GIP-Co-Agonist führte zu optimierten Blutzuckerwerten sowie zu einer deutlichen Gewichtsreduktion und niedrigeren Blutfetten. Die Wirksamkeit für Blutzuckerverbesserungen konnte bereits am Menschen nachgewiesen werden, allerdings müssen diese Moleküle in den nächsten Jahren weiterhin wissenschaftlich und klinisch geprüft werden, bevor sie eventuell als Therapieverfahren zugelassen werden könnten.

Quelle:
Finan, B. et al.: Unimolecular Dual-Incretins Maximize Metabolic Benefits in Rodents, Monkeys, and Humans, In: Science Translational Medicine, 2013: Vol. 5, 209ra151. DOI: 10.1126/scitranslmed.3007218

 

 


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