Die Rolle des Gehirns im Blutzuckerstoffwechsel

02. Jan 2014

Eine aktuelle Publikation in der Fachzeitschrift ‚Nature‘ bewertet umfassend anhand mehrerer aktueller Studien die Bedeutung des Gehirns für den Zuckerstoffwechsel. Diese zentrale Stoffwechselkontrolle ist seit mehreren Jahren ein Schwerpunkt in der Diabetesforschung und bietet neue Ansätze für die Prävention und Therapie.

PET des Gehirns

Bestimmte Hirnareale, wie beispielsweise der sogenannte Hypothalamus, steuern zu einem wesentlichen Anteil den Blutzuckerspiegel. Sind diese Schaltkreise gestört, trägt dies eventuell ebenso zum Entstehen eines Typ-2-Diabetes bei wie die Fehlfunktion der Bauchspeicheldrüse bzw. ihres Hormons Insulin. Die bisherige Forschung und viele der gängigen Therapiekonzepte konzentrieren sich vorrangig darauf, den Insulinspiegel und die Insulinempfindlichkeit zu beeinflussen.

Die aktuellen Studiendaten legen nahe, dass ein komplexes Zusammenspiel von Verdauungstrakt, Gehirn und hormonellen Signalstoffen den Stoffwechsel reguliert. Bei Stoffwechselerkrankungen sind somit auf allen diesen Ebenen Störungen vorhanden, die potentiell neue Zielstrukturen für Behandlungsansätze bieten. Die Autoren betonen daher, dass ein verbessertes Verständnis der Hirnfunktion für den Stoffwechsel wichtig sei für die künftige, ganzheitliche Therapie dieser Erkrankungen.

Quellen:
University of Washington: Brain may play key role in blood sugar metabolism and diabetes development“. -  Pressemitteilung  (Letzter Abruf: 02.01.2014)

Schwartz, M. et al.: Cooperation between brain and islet in glucose homeostasis and diabetes, In: Nature, 2013, doi: 10.1038/nature12709

 

 


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