Diabetes-Forschung

Der Fettleber auf der Spur

15. Sep 2017

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Schweiz haben einen molekularen Auslöser für Fettleber bei Übergewicht gefunden. Mäuse, denen der entsprechende Genschalter fehlte, waren vor Leberverfettung und Insulinresistenz weitgehend geschützt.

© Sebastian Kaulitzki/Fotolia

Das metabolische Syndrom (auch Insulin-Resistenz-Syndrom oder metabolisch-vaskuläres Syndrom) beschreibt das gemeinsame Auftreten mehrerer Symptome beziehungsweise Krankheitsbilder. Dazu gehören Übergewicht (insbesondere im Bauchraum), erhöhte Nüchternblutzuckerwerte, erhöhte Blutfettwerte und Bluthochdruck.

Zudem rückt auch die nicht-alkoholbedingte Fettleber vermehrt in den Blick der Forschung. Den Autoren der aktuellen Studie zufolge sind weltweit rund 25 bis 30 Prozent aller Erwachsenen und zunehmend auch Kinder von solchen sogenannten Steatosen betroffen. Wie genau das zustande kommt ist nach wie vor Forschungsgegenstand.

Molekulare Ursachen der Fettleber

Die aktuelle Arbeit beschreibt nun einen neu entdeckten Mechanismus, wie es zu einer Fettleber in Folge von Übergewicht kommt. Im Fachmagazin 'Nature Communications‘ berichten die Forschenden, dass das Zelloberflächenmolekül mit dem Namen Fas dabei eine wichtige Rolle spielt.

Fas ist eigentlich ein alter Bekannter aus der Krebsforschung, denn bisher galt es als Auslöser des programmierten Zelltods (der Apoptose). Das bedeutet, wenn sich in Zellen Fehler anhäufen oder sie sich bösartig entwickeln, springt Fas an und lässt sie kontrolliert absterben.

Nun zeigen die Schweizer Forscher, dass Fas aber wohl auch beim Stoffwechsel eine Rolle spielt. Bei Mäusen, die aufgrund von kalorienreicher Nahrung Übergewicht entwickelt hatten, war Fas demnach mitverantwortlich für die Verfettung der Leber. Ein genetisch bedingtes ‚Zuviel‘ an Fas führte zu Lebersteatose und Insulinresistenz. Anders herum waren Mäuse, denen Fas in den Leberzellen fehlte, vor der Entwicklung einer solchen Leberverfettung und Insulinresistenz weitgehend geschützt.

Auf der Suche nach den Ursachen wurden die Forscher bei den sogenannten Mitochondrien fündig, den Kraftwerken der Zelle. Deren Kapazität, Fettsäuren zu verbrennen, ist durch Fas eingeschränkt. Das fördert die Fettanreicherung in den Leberzellen. Ob sich die Ergebnisse auch beim Menschen bestätigen lassen und inwiefern sie sich mit Blick auf Therapien bewähren, müssen weitere Studien zeigen.

Quellen:
Item, F. et al.: Fas Cell Surface Death Receptor controls hepatic lipid metabolism by regulating mitochondrial function. In: Nature Communications, 2017, DOI: 10.1038/s41467-017-00566-9

Universität Zürich: Auslöser für Fettleber bei Übergewicht gefunden. Pressemitteilung vom 7. September 2017


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