Bilirubin als Biomarker für Prädiabetes?

04. Mär 2014

Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Gehalt an Bilirubin im Blut und dem Risiko für Prädiabetes. Zu diesem Ergebnis kommt eine schweizerische Bevölkerungsstudie. Höhere Bilirubinwerte gehen mit einem geringeren Risiko für Prädiabetes einher. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang bei übergewichtigen Teilnehmern und Männern. Die Studienergebnisse sind in der Februarausgabe der Fachzeitschrift International Journals of Cardiology veröffentlicht.

Der Gallenfarbstoff Bilirubin entsteht im Körper als Abfallprodukt beim Abbau des Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bilirubin wirkt antientzündlich und gilt als Radikalfänger, der oxidativem Stress in den Körperzellen Einhalt gebietet. Entzündungsvorgänge und oxidativer Stress spielen auch bei der Entstehung von Diabetes eine maßgebliche Rolle. Aus tierexperimentellen Studien ist zudem bekannt, dass Bilirubin in Zusammenhang mit verbesserter Insulinsensitivität steht. Demnach könnte Bilirubin einen Schutz vor Diabetes und seinen Vorstufen bieten und zugleich als Biomarker für die Früherkennung dienen.

Ziel der Bevölkerungsstudie mit 1758 gesunden Teilnehmern im Alter zwischen 25 und 41 Jahren war es, dem Zusammenhang zwischen Bilirubinwerten und Prädiabetes weiter auf die Spur zu kommen und damit möglicherweise einen Marker zu finden, mit dem Diabetes in der Bevölkerung frühzeitig vorhergesagt werden kann. Prädiabetes wurde in der Studie mit HbA1c-Werten zwischen 5,7 und 6,4 Prozent definiert. Höhere Bilirubinwerte von durchschnittlich 10,3 Mikromol pro Liter gingen mit einem geringeren Risiko für Prädiabetes einher als niedrigere Werte von im Schnitt 8,6. Dieser Zusammenhang war bei übergewichtigen Teilnehmern und solchen mit Bluthochdruck deutlicher ausgeprägt. Die Normwerte für Bilirubin reichen bis 19 µmol/l. Stark erhöhte Bilirubinwerte können Ausdruck von Blut- oder Gallenwegserkrankungen sein.

Auch bei Männern kommt die schützende Wirkung von Bilirubun wohl stärker zum Tragen als bei Frauen. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Entstehung von Diabetes haben seit einiger Zeit verstärkt das Interesse der Wissenschaft geweckt. Es scheint, dass Lebensstilfaktoren, Ernährung sowie das Muskel-Fett-Verhältnis und hormonelle Unterschiede zwischen Mann und Frau dafür eine Rolle spielen. Höherer oxidativer Stress bei Männern und Übergewichtigen bringt möglicherweise die schützende Wirkung erhöhter Bilirubinwerte stärker zum Tragen.

Eine wichtige neue Erkenntnis sei, so fassen die Wissenschaftler zusammen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen dem Bilirubinspiegel und der Entstehung von Prädiabetes gibt. Die Ergebnisse stützen die These, dass oxidativer Stress in der frühen Entstehung von Diabetes eine zentrale Rolle spielt. Dieser Effekt ist wohl bei Männern noch ausgeprägter als bei Frauen.

 

Quelle: 

Bossard, M.: Serum bilirubin levels and risk of prediabetes in young and healthy adults. In: Int. Journal of Cardiology 2014 Feb 1;171(2): e24-5. DOI 10.1016/j.ijcard.2013.11.125

 


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