Krafttraining reduziert das Risiko für Typ-2-Diabetes

11. Sep 2012

Einer neuen Studie der Harvard School of Public Health (HSPH) und der University of Southern Denmark zufolge, könnten Männer, die fünfmal pro Woche ein 30-minütiges Krafttraining absolvieren, ihr Typ-2-Diabetes-Risiko um bis zu 34 Prozent reduzieren. Dieser schützende Effekt zeigt sich unabhängig von einer weiteren Sportart wie Ausdauertraining und wird vermutlich über die erhöhte Muskelmasse und eine verbesserte Insulinsensitivität herbeigeführt.

Hanteln und Trainingsplan

© Micha / Fotolia.com

Das ist die erste Studie, die die Rolle von Krafttraining in der Prävention des Typ-2-Diabetes untersucht. Da Krafttraining unabhängig von einer Ausdauersportart einen signifikanten Nutzen zu haben scheint, ist es eine geeignete Alternative oder sinnvolle Ergänzung. Wenn Krafttraining mit einer Ausdauersportart wie schnellem Gehen oder Laufen kombiniert wird, könnte das Diabetesrisiko sogar um bis zu 59 Prozent gesenkt werden. „Bislang zeigten frühere Studien, dass Ausdauersport eine große Bedeutung für die Prävention des Typ-2-Diabetes hat“, so Anders Grønted von der University of Southern Denmark. „Allerdings haben viele Menschen Probleme, mit Ausdauersport anzufangen oder am Ball zu bleiben. Diese neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass auch Krafttraining eine gute Alternative zum Ausdauersport sein kann.“

Das Forscherteam wertete dazu Daten von 32.000 Männern aus, die von 1990 bis 2008 an einer Langzeitstudie teilgenommen hatten. Die Männer wurden dazu, abhängig vom absolvierten Sportpensum, in drei Gruppen eingeteilt: Studienteilnehmer, die weniger als 60 Minuten pro Woche trainierten, solche, die zwischen 60 und 149 Minuten und Studienteilnehmer, die mindestens 150 Minuten Sport trieben. Außerdem wurde zwischen Kraft- und Ausdauertraining oder einer Kombination aus beidem unterschieden. Darüber hinaus wurden auch Faktoren wie Ernährung, Alkohol- und Kaffeekonsum oder Rauchen berücksichtigt. Während der Studie traten 2278 neue Diabetesfälle auf.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die erste Gruppe ein um 12 Prozent verringertes Diabetes-Risiko hatte, Gruppe 2 ein um 25 Prozent und Gruppe 3 sogar ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko an Diabetes zu erkranken.
Ausdauertraining reduziert das Risiko für Typ-2-Diabetes um 7 Prozent, 31 Prozent und 52 Prozent je nach absolviertem Sportpensum. Am besten schützt die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining. Sie senkt das Diabetesrisiko um 59 Prozent. Vermutlich werden die positiven Effekte des Krafttrainings durch die erhöhte Muskelmasse und eine verbesserte Insulinsensitivität hervorgerufen. Laut Grønted sind nun weitere Untersuchungen nötig, um diese Ergebnisse zu verifizieren und zu überprüfen, ob sie auch auf Frauen übertragbar sind.

Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes sind neben einer genetischen Veranlagung vor allem Übergewicht und Bewegungsmangel. Nach einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts liegt die Diabetes-Häufigkeit in Deutschland bei etwa 9,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Quelle:
Grøntved, A. et al: A Prospective Study of Weight Training and Risk of Type 2 Diabetes Mellitus in Men. In: Archives of International Medicine, publiziert online am 06. August, 2012. doi:10.1001 (letzter Abruf: 11.09.2012)


zum Seitenanfang
Druckversion

Wir verwenden Cookies um Ihnen den Besuch der Webseite so angenehm wie möglich zu machen. Wir benötigen Cookies um die Dienste ständig zu verbessern, bestimmte Features zu ermöglichen und wenn wir Dienste bzw. Inhalte Dritter einbetten, wie beispielsweise den Videoplayer. Durch die Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Wir verwenden unterschiedliche Arten von Cookies. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Cookie-Einstellungen zu personalisieren:

Einstellung anzeigen.
In unserer Datenschutzerklärung finden Sie weitere Informationen.

Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.