Adipositaschirurgie erhöht langfristig Risiko für Alkoholprobleme

22. Okt 2012

Nach operativen Eingriffen zur Behandlung von Fettsucht erhöht sich langfristig das Risiko, Alkoholprobleme zu entwickeln. Dies kann den Erfolg der Behandlungsmethode gefährden. Zu dem Ergebnis kommt eine kürzlich veröffentlichte Studie in dem amerikanischen Fachmagazin JAMA.

Übergewicht und Alkohol

Foto: Roman Sivarev/fotolia

Seit Jahren kommt es weltweit zu einem alarmierenden Anstieg an Übergewicht und starker Fettleibigkeit, bzw. Adipositas. Prozentual hat auch die Zahl der Adipositas-chirurgischen Eingriffe (Magenband, -bypass) zugenommen. Einen möglichen Zusammenhang zwischen Adipositaschirurgie und Alkoholproblemen haben US-Wissenschaftler nun genauer untersucht.

Bei krankhaft fettleibigen Menschen, deren Übergewicht mit Begleiterkrankungen wie Typ-2-Diabetes und hohem Leidensdruck verbunden ist, kann ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Dieser sollte nie als erste Option in Frage kommen, sondern erst wenn alle konservativen Maßnahmen ausgereizt oder gescheitert sind. Die Adipositaschirurgie ist bei geeigneten Patienten und unkomplizierten Krankheitsverläufen die effektivste Therapieform zur Gewichtsabnahme und Beeinflussung von Typ-2-Diabetes sowie Fettstoffwechsel-Störungen. Befürworter haben deshalb den Begriff „metabolische Chirurgie“ eingeführt und eine Heilung mit dem Skalpell in Aussicht gestellt.

Der chirurgische Eingriff geht aber auch mit einer Reihe von Risiken einher. In einer kürzlich veröffentlichten Studie wird jetzt von einer Zunahme alkoholbedingter Probleme bei Patienten nach einer Adipositasoperation berichtet, welche den Erfolg der Behandlungsmethode gefährden können. Im Zeitraum zwischen 2006 und 2011 untersuchten die Wissenschaftler 1945 Personen vor und nach ihrem operativen Eingriff. Im zweiten Jahr nach der Magenbypass-Operation stieg die Zahl der Studienteilnehmer mit Alkoholproblemen auf 10,7 Prozent an.

Die Verkürzung der Resorptionsstrecke im Darm führt nicht nur dazu, dass der Alkohol schneller ins Blut übertritt und dort eine höhere Konzentration erreicht wird. Auch die negativen Auswirkungen auf die – infolge der Operation ohnehin prekäre – Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie auf die Leber machen den Alkoholkonsum nach einem Adipositas-chirurgischen Eingriff zu einem Risiko.

Quelle:
King, W.C. et al.: Prevalence of alcohol use disorders before and after bariatric surgery. In: JAMA, 2012; 307:2516-2525

 


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