Fett in der Nahrung – weniger ist oft mehr

06. Mär 2015

Um das Risiko für Adipositas und Fettstoffwechselstörungen zu senken, sollte man nicht zu viel Fett verzehren, dies gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen. Welche Fette mit welcher Wahrscheinlichkeit wie krankheitsfördernd sind, diskutiert jetzt die Neuauflage einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Auf Basis einer systematischen Auswertung der vorliegenden wissenschaftlichen Literatur fasst die Leitlinie “ Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“ die verfügbaren aktuellen Informationen zusammen.

Bild:Lassedesignen/fotolia

Fett ist der Nährstoff mit der höchsten Energiedichte und kann damit leicht zu einer zu hohen Energiezufuhr beitragen. Durch den bewussten Umgang mit Fetten in der Nahrung kann man einen Beitrag zur Vorbeugung vieler Krankheiten leisten. Bezogen auf die Prävention von Typ-2-Diabetes empfiehlt die Leitlinie insbesondere, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren zu begrenzen, da diese die Insulinresistenz fördern und die Insulinsekretion stören können. Demgegenüber können mehrfach ungesättigte Fettsäuren die Insulinsensitivität im Stoffwechsel verbessern. 

Für eine gesundheitsfördernde Lebensmittelauswahl bedeutet das konkret: Weniger tierische Produkte wie Fleisch und Wurstwaren und – mit Ausnahme von Fisch – fettarme Varianten bevorzugen; pflanzliche Öle wie Raps- und Walnussöl sowie fetten Fisch verzehren; viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte essen; trans-Fettsäuren-reiche Lebensmittel wie Pommes frites und Backwaren aus Blätterteig vermeiden. 

Diese Empfehlungen beruhen allerdings auf Daten aus tierexperimentellen Studien. Beim Menschen sind dagegen die Ergebnisse aus Studien zum Zusammenhang zwischen der Menge und Zusammensetzung aufgenommener Fette und der Insulinsensitivität noch widersprüchlich. Die Schwierigkeit besteht unter anderem darin, dass es sich bei den vorliegenden Studien weitgehend um Kohorten- und um kleinere Interventionsstudien handelt, deren Aussagekraft begrenzt ist.

Die Wissenschaftler diskutieren in der Leitlinie auch die komplexen Mechanismen, mittels derer Fettsäuren das Risiko für Diabetes und andere Krankheitsbilder beeinflussen. Dazu zählt zum Beispiel die Anreicherung von mit dem Essen aufgenommenen Triglycerid-Fetten im Muskelgewebe und damit einhergehend eine insulingesteuerte schlechtere Blutzuckeraufnahme. Dagegen kann die Anreicherung von Triglyceriden in den insulinbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse die Insulinsekretion reduzieren. Generell  lassen sich jedoch aus den großen, z.B. finnischen und US-amerikanischen, Diabetespräventionsstudien angesichts ihrer Komplexität die Effekte einzelner Komponenten, wie verschiedener Fette, nur sehr schwer bewerten.

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Evidenzbasierte Leitlinie: „Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedingter Krankheiten“, 2. Version der DGE-Leitlinie


Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zur 2. Version der DGE-Leitlinie „Fettzufuhr und Prävention ausgewählter ernährungsmitbedinger Krankheiten“ (Letzter Abruf: 06.03.2015)

 

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Hans Hauner


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