Metabolisches Syndrom: Diagnose

Für die Diagnose des metabolischen Syndroms sind Anamnese, Laboruntersuchungen sowie körperliche Untersuchungen wie Blutdruckmessung  und die Bestimmung von Gewicht und Taillenumfang erforderlich. Klar abgrenzbare Diagnosekriterien des metabolischen Syndroms gibt es allerdings bislang nicht. Nach den Kriterien der amerikanischen AHA/NHLBI (American Heart Association/National Heart, Lung and Blood Institute) müssen für die Diagnose mindestens drei der folgenden fünf Risikofaktoren vorliegen:

  • Taillenumfang > 102 cm bei Männern oder > 88 cm bei Frauen
  • überhöhte Triglyzerid-Werte (> 150 mg/dl)
  • zu niedrige HDL-Cholesterin-Werte (< 40 mg/dl bei Männern oder < 50 mg/dl bei Frauen)
  • erhöhter Blutdruck (≥ 130 mmHg systolisch und ≥ 85 mmHg diastolisch)
  • und das Vorliegen einer Typ-2-Diabetes-Erkrankung oder erhöhte Nüchternblutzucker-Werte von > 100 mg/dl)
Checkliste
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Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich dieser Definition im Wesentlichen angeschlossen. Die International Diabetes Foundation (IDF) gibt etwas andere Werte für den Taillenumfang an: Männer > 94 cm, Frauen > 80 cm. Einer Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) aus dem Jahr 2009 zufolge steigt das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, bereits bei Nüchternblutzucker-Werten, die gemeinhin noch als normal (< 100 mg/dl) bewertet werden. Die Forscher beobachteten eine nicht-lineare Beziehung zwischen den Nüchternblutzucker-Werten und dem Diabetesrisiko.
 

Frühe Warnzeichen

Zwischen dem Beginn eines metabolischen Syndroms und dem Ausbruch eines Typ-2-Diabetes  können mehrere Jahrzehnte liegen, umso wichtiger ist es daher, die Veranlagung frühzeitig zu erkennen.

IN KÜRZE

Eine gestörte Glukoseverarbeitung lässt sich frühzeitig mittels eines oralen Glukose-Toleranztests feststellen.

Die frühzeitige Diagnose eines gestörten Zuckerstoffwechsels ist mit Hilfe des oralen Glukose-Toleranztests (OGTT) möglich. Häufig wird aber aus Kostengründen nur der "Nüchternzucker" gemessen. Er ist als Frühindikator ungeeignet, da der Wert erst bei schon bestehendem Diabetes mellitus auffällig wird. Der HbA1c-Wert eignet sich bedingt zur Diagnose und Überwachung einer Zuckerkrankheit. Blutzucker kann sich an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin binden, wodurch HbA1c entsteht. Je höher der Blutzuckerspiegel ist und je länger hohe Blutzuckerspiegel andauern, desto mehr HbA1c bildet sich.
Als direkte Warnsignale für das metabolische Syndrom dienen zudem erhöhte Konzentrationen an Entzündungsmarkern wie Interleukin 6, Resistin, Tumor-Nekrosefaktor TNFα oder C-reaktives Protein sowie reduzierte Werte an Adiponectin, einem Peptidhormon, das in den Fettzellen gebildet wird.
 

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Quellen

  • International Diabetes Federation: IDF consensus worldwide definition of the metabolic syndrome (pdf) (Letzter Abruf: 04.04.2018)
  • Expert Panel on Detection, Evaluation, and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults. Executive Summary of the Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) Expert Panel on Detection, Evaluation, and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults (Adult Treatment Panel III). In: JAMA, 2001, 285: 2486-2497
  • Wirth, A. et al.: Das Metabolische Syndrom – Empfehlungen für die kardiologische Rehabilitation. In: Herzmedizin, 2006, 23 (33), 140-144
  • Deutsche Adipositas Gesellschaft: S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas, Version 2.0 (April 2014), AWMF Register Nr. 050/001
  • Schulze, M. et al.: Das Risiko für Typ-2-Diabetes steigt bereits im Normalbereich des Nüchtern-Blutzuckers. In: Diabet. Med., 2010, 27, 473-476

Letzte Aktualisierung

04. April 2018

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